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Oh sole mio

Kantate 2017

Zwischen ESC und 15:17 Uhr am Sonntag Kantate darauf. Zwischen einem Abend voll spritziger Musik und Chorälen aus Fünfzehnhundert Punkt Punkt Punkt. Zwischen einem Europa, das sich übt und eint in fröhlichem Sangesstreit und der Erinnerung an gereimte Botschaft der Reformation. Die Köpfe und die Herzen der Menschen zusammen zu bringen, das war schon immer. Feeling statt Feuerwerk. Wenn den Menschen Musik etwas bedeutet, dann zeigt sie Wirkung. Salvador Sobral aus Portugal spricht es aus. Martin Luther formuliert es 1523 so: „Wer solches mit ernst glaubt, der kann’s nicht lassen, er muss fröhlich und mit Lust davon singen und sagen, dass es andere auch hören und herzukommen.“ Musik ist auch Business, das ist klar. Das waren die Lutherlieder aber auch. Sie waren geistliche Volkslieder, Schlager für Märkte und Straßen. Kirchenchoräle sind zumeist weit weg von Millionen von Menschen. Und doch lassen sich viele davon berühren. Denn sie spüren, das ist nicht nur Unterhaltung, sondern auch Seelenfutter für weit mehr als ein paar Minuten. Mit dem ESC-Sieger 2017 gesprochen: „Wenn dein Herz nicht fühlen will, nicht leiden will, ohne Pläne für die Zukunft zu machen, dann kann mein Herz für uns beide lieben.“ Seelenfutter zwischen ESC und 1517, der Lutherepoche.

Foto: Thomas Hanses, www.eurovision.tv

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