Segnen

Mit Sang und Klang am Deich

Nach langer Planung und gutem Draht zu Petrus war es am 21.09.2014 soweit. Die Kirchengemeinde Meldorf lud zu einem Gottesdienst unter freiem Himmel an die Badestelle Nordermeldorf ein. Der Altar wurde landestypisch mit Kohlkisten gebaut und mit den dazugehörigen Gaben der Region, Kohl, Kürbissen und Blumen, stimmungsvoll gedeckt. Keineswegs durfte die Taufschale aus dem Meldorfer Dom sowie eine Schiffsglocke fehlen, mit der Frau Brinkmann den Gottesdienst eröffnete. Eigens für diesen Gottesdienst an der Nordseeküste Dithmarschens gestalteten die Kinder in liebevoller Arbeit ihr eigenes Holzkreuz, welches die Namen sowie Fingerabdrücke der Kinder und ein Bild des Meldorfer Doms enthielt.

Um ihnen die Bedeutung der Taufe bewusst zu machen, brachten die Kinder ebenso Gaben zum Altar, die für sie Angst, Freunde, Werte und Normen symbolisieren. Geborgenheit, Schutz und Hilfe von und durch Gott war somit auch die Botschaft dieses Gottesdienstes. Zur Untermalung der Atmosphäre wurden die Strandkörbe zu einem Halbkreis formiert sowie Stühle für die Besucher aufgestellt. Vor 120 Besuchern eröffnete die Pastorin Ina Brinkmann mit ihrer Schiffsglocke den Gottesdienst und hieß die sieben Täuflinge Stella, Freja, Jonic, Mette, Maja, Eric, Niklas sowie ihre Eltern, Taufpaten und Gäste herzlich willkommen.

Herr Jasper und Lebensgefährtin bezauberten die Zeremonie mit den Klängen ihres Akkordeons. Während Biscaya zu Beginn und zum Abschluss erklang sang die Gemeinde gemeinsam die Lieder „Herr, Deine Liebe…“ sowie „Danke“. Ganz im Sinne einer modernen Kirche spiegelt diese Form unter freiem Himmel mehr denn je die überlieferte Szene der Taufe durch den Johannes dar und trifft somit im Kern das Glaubensbekenntnis. Um mit den Worten der Pastorin zu sprechen lies „gerade der weite Blick übers Meer nach Büsum den freien Geist fühlen, sehen und hoffen“. Als „Spruch des Lebens“ konnten sich die Täuflinge ihren eigenen Taufspruch im Voraus selbst wählen. Lediglich die kleine Stella war hierbei auf die Hilfe ihrer Eltern aus Russland angewiesen.

Alle Gäste waren aufgefordert, mit einem Krug und einer langen Menschenkette gemeinsam das Wasser der Nordsee zum Altar zu verbringen. Dort wurde die Taufschale mit frischem Nordseewasser gefüllt. So hatten alle die Möglichkeit, aktiv mitzuwirken und ihren Teil zum Gelingen der Taufe beizutragen. Alle Familien waren sich einig, die Kollekte dem Kindergarten Epenwöhrden zu stiften, die später durch die Kirchengemeinde überreicht wurde.

Nach dem Gottesdienst luden die Familien alle Anwesenden noch zu einem geselligen Beisammensein mit selbst gemachten Speisen und Getränken ein. So konnten man den Blick noch lange über das Wasser schweifen lassen, Meer und Sonne genießen oder das ein oder andere Gespräch führen. Schnell wurde man sich einig darüber, diese einmalige Kulisse auch anderen, zukünftigen Täuflingen zukommen zu lassen.

Text und Foto: Lars Otterbach

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