Sandkastenfreunde

Nach fünfzig Jahren. Oder mehr? Unglaublich! „Ina …?“ „Jaaa?“ … „Achim!“ War er nicht mal strohblond? Dass er mich aber auch erkannt hat. Wie schön! Zwei Erwachsene staunen sich an. Die Erinnerung tagt. Schaukel, Sandkasten, Wippe, Planschbecken. Kinderglück mit Tunnelgraben, Matchboxautos und Sandförmchen. Jahrzehnte ist das her. Erste Streits inklusive. Die eine: Aus Wut Schlappen auf die Nase. Mit Nasenbluten und Geheule. Der andere: Knete, farbig sortiert, zu einem grauen Klumpen zusammen geklatscht. Das Ergebnis: Ein Riesen Flunsch, und „Ich spiele nie wieder mit dir!“ Das galt. Bis zur nächsten Mittagsstunde. So ist Konsequenz von Kindern. Mit Achim habe ich große Welten erfunden. Wir taten uns zusammen. Jeder war des anderen Meister. Durch ihn merkte ich, was mir wichtig war. Dass teilen Geben und Nehmen bedeutet. Und dass blutige Nasen unangenehm sind, weil sie ein Eingeständnis fordern. Beiderseitig. Wir waren Spielgefährten. Sogar mehr als das. Daumen an Daumen. Blutsbrüder. Nur wenige Jahre waren es. Bemessen an unserem Leben bis jetzt. Aber prägend für den Rest. Jedenfalls für mich. Es heißt ja in der Bibel: So genannte Freunde können dich ruinieren, aber ein echter Freund hält fester zu dir als ein Bruder (Sprüche 18, 24). Tja. Das stimmt. Vermutlich auch für Achim. Ich werde ihn das nächste Mal fragen.

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